Kompromisslos musikalisch – zum Selbstbau |
Was bedeutet eigentlich
Oversampling und Upsampling ? |
Eindeutschung: Englische und technische Begriffe sind für "durchschnittliche" Köpfe nicht immer leicht verständlich, versuchen wir eine Übersetzung:
Wahrscheinlich wissen viele nun immer noch nicht mehr. Deshalb eine kurze Einführung in die Besonderheiten der digitalen Signal-Verarbeitung:
Was heißt digital? Digital kann nur die Höhe der Spannungswerte einer Hüllkurve (z.B. Musik) zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreiben, dazu müssen vom analogen Signal "Proben" genommen werden. Die "Häufigkeit" der Probennahme wird durch die >Abtastrate< beschrieben. Eine Schwingung (~) besteht, maximal vereinfacht, aus einem positiven und einem negativem Teil; um sie digital beschreiben zu können, müssen wenigstens 2 "Proben" genommen werden.
Die Abtastrate: Um Audio-Frequenzen bis 20kHz digital darstellen zu können, muss die Abtastrate mindestens doppelt so hoch sein, also 40kHz betragen. Die 44,1kHz der heutigen CD liegen nur ganz knapp über dem minimalen Wert, was problematisch ist, weil bei der Analog/Digital-Wandlung und der Digital/Analog-Wandlung reichlich höherfrequente Störungen entstehen. Diese "Artefakte" waren im Ursprungs-Signal nicht vorhanden, und müssen natürlich ausgefiltert werden. Bei der Abtastrate von 44,1kHz treten die ersten Störungen bereits bei 24,1kHz (44,1kHz - 20kHz) auf.
Analoge Filter: Ein Tiefpass-Filter muss einerseits die 20kHz Audio-Frequenz noch unbeschadet durchlassen, ab 24,1kHz aber maximal sperren. Mit analogen Filtern 9. bis 11. Ordnung ist das machbar, allerdings werden an die Toleranzen der Bauteile und deren Langzeit-Stabilität extreme Anforderungen gestellt. Werden statt der passiven LC-Filter aktive RC-Filter gewählt, müssen die dann eingesetzten OP-AMPs ebenfalls extremen Anforderungen bezüglich Grenzfrequenz und Phasen-Linearität genügen. Beides ist mithin nicht praxisgerecht. Einen Ausweg bietet die digitale Filterung mittels Oversampling.
Bild 1: Block - Schaltbild des PCM 1794 A.

Moderne DA-Wandler sind komplexe und hoch - integrierte Bausteine, die sich leicht an die unterschiedlichen Einsatzzwecke anpassen lassen, und zusätzliche Funktionen aufweisen. Hier ist z.B. das Digital-Filter mit 8-fachem Oversampling fester Bestandteil des DA-Wandlers.
Digitale Filter: Die Taktfrequenz vor dem digitalen Filter wird z.B. um den Faktor 8 (=8-fach Oversampling) erhöht. Die nicht zur Musik gehörenden Störungen bzw. Artefakte werden natürlich ebenfalls um den Faktor 8 in der Frequenz erhöht, sind dadurch anschließend um diesen Faktor mehr vom Nutzsignal "entfernt", und lassen sich jetzt relativ leicht digital ausfiltern. Um die letzten Störungen und insbesondere das Rauschen fast gänzlich zu beseitigen, reicht jetzt in der analogen Ausgangs-Stufe in aller Regel ein einfacher Tiefpass z.B. 2. Ordnung aus. Die oben beschriebenen Probleme der analogen Filter haben die digitalen Filter nicht, da die Filterparameter als numerische Konstanten festgelegt sind, die rein digital in einen ROM-Speicher geschrieben wurden.
| Bild 2: Breitband-Übertragungsverhalten des
digitalen Filters des DA-Wandlers BurrBrown PCM1794A: |
Bild 3: Welligkeiten des gleichen digitalen Filters im Übertragungsbereich: |
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Die Einheit dB (=Dezibel): Die Maßeinheit dB ist eine logarithmische Verhältniszahl und bezeichnet den Pegelunterschied zwischen dem leisestem, gerade noch hörbaren und dem lautesten Ton. Übersetzt bedeuten -20dB eine Dämpfung auf ein Zehntel (oder auf 10%) des ursprünglichen Pegels, -40dB eine Dämpfung auf ein Hunderstel (oder auf 1%), -60dB auf ein Tausendstel (oder auf 0,1%), usw.
Oversampling: Weil aufgrund der Bandbegrenzung kein digitales Wiedergabe-Medium störungsfrei die Daten in analoge Schwingungen zurückwandeln kann, wird Oversampling praktisch grundsätzlich eingesetzt, unterschiedlich ist nur die Oversampling-Rate. Die HiFiWERKSTATT setzt generell auf 8-faches Oversampling, egal mit welcher Abtastrate das digitale Signal angeliefert wird. Denn schließlich sollen unsere DA-Wandler nur das hörbar machen, was tatsächlich als Musik auf der CD gespeichert wurde, und nicht die Artefakte, die durch die Digital-Analog-Wandlung zwangsweise entstehen !! Das Oversampling findet nur im digitalen Filter statt, nicht im eigentlichen DA-Wandler.
Upsampling: Jetzt braucht es nicht mehr viel zur Erklärung. Das Upsampling findet vor dem digitalen Filter statt, das 8-fache Oversampling wird anschließend genauso wie ohne Upsampling ausgeführt, nur ist die Taktrate des Signals bereits 96kHz oder 192kHz. Deshalb arbeiten die DA-Wandler auf den Platinen der HiFiWERKSTATT mit 768-facher (PCM1704) oder sogar 1536-facher Datenrate (PCM1794A)!!, und zwar unabhängig von der Taktrate der "Quelle". Außerdem werden die digitalen Daten beim Upsampling der hoer-wege DA-Wandler grundsätzlich auf 24Bit hochgerechnet. Damit werden zwar aus 16 Bit Daten keine echten 24 Bit Daten, aber die DA-Wandler erzeugen mit diesem "Trick" um bis zu 20dB weniger Störungen, so dass besonders leise Informationen, die nur mit vielleicht 1-2Bit codiert sind, nach der Hochrechnung weniger "Gefahr" laufen, im "digitalen Störnebel" unterzugehen! Eine genauere Rückwandlung der Daten wird so stark vereinfacht, und die ohnehin geringen Störkomponenten im Audiosignal werden noch weniger. Außerdem kann das asynchrone Upsampeln (von 44,1kHz auf z.B. 96kHz oder 192kHz, und nicht auf 88,2kHz oder 176,4kHz) den Jitter des Ursprungs-Signals deutlich verringern. Aber auch dieser "Trick" kann aus "Müll" kein "Gold" machen, so dass sich nach wie vor die Investion in ein gutes CD-Laufwerk lohnt. Denn was die "Quelle" nicht liefert, kann auch der beste DAC nicht wandeln !!
| Bild 4: Störspektrum des PCM1728 bei 16Bit/44,1kHz: | Bild 5: Störspektrum des PCM1728 bei 24Bit/44,1kHz: |
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| Bild 6: THD+N PCM1728 mit 16 + 24 Bit Data: | Bild 7: THD+N PCM1794A mit 24 Bit Data: |
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| Bild 8: THD+N PCM1794A bei 48, 96 + 192 kHz SR: | Bild 9: THD+N PCM1794A von 0 - 100kHz: |
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